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Blutbild & Steroide: 10 Werte, die du testen musst

Blutbild und Steroide – 10 wichtige Blutwerte: Hämatokrit, Leberwerte ALT/AST, Cholesterin HDL/LDL und Testosteron testen

Inhaltsverzeichnis

Vor, während und nach jeder Steroidkur sind mindestens 10 Blutwerte entscheidend: großes Blutbild (Hämatokrit, Hämoglobin), Leberwerte (ALT, AST, GGT), Lipidprofil (HDL, LDL), Hormone (Testosteron gesamt, Östradiol, LH, FSH) und Nierenwerte (Kreatinin). Die klinische Leitlinie „Essential blood testing in the patient using androgenic anabolic steroids“ im British Journal of General Practice (Sheridan et al., 2024) liefert erstmals ein evidenzbasiertes Protokoll für Bluttests bei AAS-Anwendern — dieser Artikel fasst die Empfehlungen zusammen, erklärt jeden Marker verständlich und zeigt, ab welchen Grenzwerten Handlungsbedarf besteht.

Wer injizierbare Steroide (Anabolika Spritze) oder orale Anabolika einsetzt, trifft ohne regelmäßige Blutkontrollen Entscheidungen im Blindflug. Ob Hämatokrit, Leberenzyme oder HPTA-Status (Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse) — erst die Zahlen auf dem Laborzettel zeigen, wie der Körper tatsächlich auf die Kur reagiert. Einen grundlegenden Überblick über anabole Steroide bietet der Artikel Anabolika 101.

Warum ist ein Blutbild vor der Steroidkur Pflicht? – 3 Gründe für die Baseline-Messung

Ein Blutbild vor der Steroidkur ist aus 3 Gründen Pflicht: Es etabliert deine persönliche Baseline, deckt Vorerkrankungen auf und ermöglicht datenbasierte Kur-Entscheidungen — ohne Ausgangswerte ist jede Kur ein Blindflug.

Grund 1 — Baseline etablieren. Ohne Ausgangswerte für Testosteron, LH, FSH, Leberwerte und Lipide lässt sich nach der Kur nicht beurteilen, ob die HPTA-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse — das Hormonsystem, das die körpereigene Testosteronproduktion steuert) wiederhergestellt ist. Ein Testosteron von 450 ng/dl nach der PCT klingt „normal“ — lag dein Wert vor der Kur aber bei 650 ng/dl, hat sich dein Hormonsystem nicht vollständig erholt. Diesen Unterschied erkennst du nur mit einer Baseline. Wer eine Steroid-Kur für Anfänger plant, etabliert die Baseline 4–6 Wochen vor Kurbeginn.

Grund 2 — Vorerkrankungen erkennen. Ein Hämatokrit über 50 %, schlechte Lipide (HDL unter 40 mg/dl) oder niedrige LH/FSH-Werte vor der Kur deuten auf vorbestehende Probleme hin, die ein Zyklus verschlimmert. Die klinische Leitlinie von Sheridan et al. (2024) empfiehlt ausdrücklich, diese Marker vor dem Kurbeginn zu erfassen, um Risikopatienten zu identifizieren.

Grund 3 — Kur-Entscheidungen anpassen. Hoher Östradiol-Baseline bedeutet höheren AI-Bedarf (Aromatasehemmer). Erhöhte Leberwerte schließen orale C17-alpha-alkylierte Steroide wie Dianabol oder Anadrol aus. Hoher Hämatokrit macht Boldenon und Trenbolon zur schlechten Wahl. Die Baseline entscheidet, welche Substanzen und Dosierungen vertretbar sind.

Timing: Morgens nüchtern zwischen 8 und 10 Uhr, 48 Stunden kein Training vorher (intensives Krafttraining verfälscht AST, ALT und Kreatinkinase), kein Alkohol für 72 Stunden.

Welche 10 Blutwerte müssen Steroid-Anwender testen lassen?

Die 10 essentiellen Blutwerte für Steroid-Anwender sind: Hämatokrit, Hämoglobin, ALT (GPT), AST (GOT), GGT, HDL-Cholesterin, LDL-Cholesterin, Testosteron gesamt, Östradiol und LH/FSH — zusammen decken sie Blutdicke, Leberfunktion, Herz-Kreislauf-Risiko und hormonelle Erholung ab. Laut dem umfassenden Review „Adverse Effects of Anabolic Androgenic Steroids: A Literature Review“ (Torrisi et al., 2020) betreffen die häufigsten AAS-Nebenwirkungen genau diese 4 Organsysteme. Ergänzende Informationen zum Leberschutz bietet der Artikel Steroide und Leber – wie man sie schützt.

Blutbild – Hämatokrit und Hämoglobin (Blutdicke)

Hämatokrit (HKT) gibt den Anteil der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) am Gesamtblutvolumen an. Der Referenzbereich liegt bei 40–52 % für Männer. Anabole Steroide stimulieren die Erythropoese — die Neubildung roter Blutkörperchen — über eine Suppression von Hepcidin und eine gesteigerte Erythropoetinproduktion. Werte über 54 % erhöhen die Blutviskosität und damit das Risiko für Thrombosen, Schlaganfall und Herzinfarkt. Laut StatPearls — Erythrocytosis ist diese Polyzythämie eine der häufigsten und dosisabhängigsten Nebenwirkungen von Testosteron und AAS. Besonders relevant ist dieser Marker bei Boldenon (Equipoise) und Trenbolon, die die Erythropoese stärker stimulieren als die meisten anderen AAS.

Hämoglobin (Hb) — der Sauerstofftransporter im Blut — steigt parallel zum Hämatokrit. Referenzbereich: 13,5–17,5 g/dl. Werte über 18 g/dl sind ein Warnsignal und korrelieren mit dem erhöhten Thromboserisiko.

Leberwerte – ALT, AST und GGT (Hepatotoxizität)

ALT (GPT) — Alanin-Aminotransferase — ist der primäre Marker für Leberzellschäden. Referenzbereich: 7–56 U/L. ALT steigt bei oralen C17-alpha-alkylierten Steroiden wie Methandienon (Dianabol), Oxymetholon (Anadrol) und Stanozolol (Winstrol), da diese Verbindungen die Leber im First-Pass-Metabolismus belasten. Detaillierte Hepatotoxizitätsprofile liefert die NIH LiverTox-Datenbank — Androgenic Steroids.

AST (GOT) — Aspartat-Aminotransferase — liegt im Referenzbereich bei 10–40 U/L. Wichtig: AST ist nicht leberspezifisch. Das Enzym kommt auch in Herz- und Skelettmuskelzellen vor und steigt durch intensives Krafttraining, unabhängig von Steroidgebrauch.

GGT (Gamma-GT) — Gamma-Glutamyltransferase — ist der zuverlässigste Marker für AAS-bedingte Leberschädigung. Referenzbereich: <60 U/L. Dickerman et al. zeigten in „Anabolic steroid-induced hepatotoxicity: is it overstated?“, dass Bodybuilder mit und ohne Steroidgebrauch erhöhte AST/ALT-Werte aufwiesen, die GGT aber nur bei tatsächlicher Leberschädigung anstieg. Die Faustregel: GGT normal + AST/ALT erhöht = wahrscheinlich trainingsbedingt. GGT erhöht = echtes Leberproblem. Kur-Unterstützung mit Leberschutz-Supplementen wie TUDCA oder NAC ist bei oralen Steroiden daher Standard.

Lipidprofil – HDL und LDL (Herz-Kreislauf-Risiko)

HDL-Cholesterin (High-Density Lipoprotein, „gutes Cholesterin“) — Referenzbereich: >40 mg/dl. AAS senken HDL drastisch. Thompson et al. zeigten in der klinischen Studie „Contrasting effects of testosterone and stanozolol on serum lipoprotein levels“, dass Stanozolol (Winstrol) das HDL um 33 % und die HDL2-Subfraktion um 71 % senkt. Werte unter 25 mg/dl bedeuten kardiovaskuläres Hochrisiko.

LDL-Cholesterin (Low-Density Lipoprotein, „schlechtes Cholesterin“) — Referenzbereich: <130 mg/dl. AAS erhöhen LDL, besonders orale Steroide. Das Verhältnis HDL zu LDL ist der wichtigste kardiovaskuläre Risikoindikator bei Steroid-Anwendern.

Hormone – Testosteron, Östradiol, LH und FSH (HPTA-Status)

Testosteron gesamt — Referenzbereich: 300–1000 ng/dl (10,4–34,7 nmol/l). Während der Kur liegt dieser Wert supraphysiologisch (oft >1500 ng/dl bei 500 mg Testosteron/Woche). Nach PCT (Post-Kur-Therapie — die Nachbehandlung, die das Hormonsystem normalisiert) muss Testosteron auf die persönliche Baseline zurückkehren. Unter 300 ng/dl nach PCT = die HPTA-Achse hat sich nicht wiederhergestellt → Überweisung an einen Endokrinologen.

Östradiol (E2) — Referenzbereich: 20–52 pg/ml. Östradiol steigt durch Aromatisierung — die enzymatische Umwandlung von Testosteron in Östrogen. Werte über 80 pg/ml erhöhen das Risiko für Gynäkomastie (Brustdrüsenwachstum beim Mann), Wasserretention und Stimmungsschwankungen. Werte unter 15 pg/ml deuten auf einen zu aggressiv dosierten Aromatasehemmer hin — zu niedriges Östradiol verursacht Gelenkschmerzen, Libidoverlust und Stimmungseinbrüche.

LH (Luteinisierendes Hormon) und FSH (Follikelstimulierendes Hormon) — Referenzbereiche: LH 1,5–9,3 mIU/ml, FSH 1,5–12,4 mIU/ml. Beide Hormone werden von der Hypophyse produziert und steuern die Testosteronproduktion in den Leydig-Zellen der Hoden. Während der Kur fallen LH und FSH auf nahe 0 (vollständige HPTA-Suppression). Nach PCT müssen beide auf Baseline-Niveau zurückkehren — bleiben sie unterdrückt, ist die hormonelle Erholung unvollständig.

Bonus-Werte je nach Kur-Typ

Prolaktin (Referenz: 8,6–15,2 ng/ml): Bei 19-Nor-Steroiden wie Nandrolon (Deca-Durabolin) oder Trenbolon ist die Prolaktin-Kontrolle Pflicht. Werte über 25 ng/ml verursachen Libidoverlust, erektile Dysfunktion („Deca Dick“) und Gynäkomastie — in diesem Fall ist die Zugabe von Cabergolin nötig.

Kreatinin (Referenz: 0,7–1,3 mg/dl): Marker für die Nierenfunktion. Relevant bei hoher Proteinzufuhr (>3 g/kg Körpergewicht) in Kombination mit AAS und Diuretika.

Nüchternblutzucker / HbA1c (Referenz: <100 mg/dl / <5,7 %): Bei HGH- und Insulinanwendung ist die Blutzuckerkontrolle entscheidend, da Wachstumshormon die Insulinsensitivität senkt.

PSA (Referenz: <4,0 ng/ml): Prostataspezifisches Antigen — bei Anwendern über 40 Jahre als Vorsorge empfohlen.

Alle 10 Blutwerte auf einen Blick — die Referenztabelle zum Abgleichen

Dein Laborbefund liegt vor dir — jetzt musst du ihn lesen. Diese Tabelle zeigt für jeden der 10 Marker den Normalbereich, die Warnstufe und die rote Linie. Vergleiche deine Werte Zeile für Zeile.

MarkerNormalbereich⚠️ Warnstufe🔴 Sofort handelnWas tun bei Warnstufe?
Hämatokrit40–52 %52–54 %>54 %Dosis reduzieren, 3–4 L Wasser/Tag, Boldenon/Tren absetzen
Hämoglobin13,5–17,5 g/dl17,5–18 g/dl>18 g/dlWie Hämatokrit — gleiche Maßnahmen
ALT (GPT)7–56 U/L56–168 U/L (1–3× Norm)>168 U/L (>3× Norm)Orale Steroide absetzen, TUDCA 500 mg/Tag, Retest 2 Wo
AST (GOT)10–40 U/L40–120 U/L>120 U/L + GGT↑Nur relevant, wenn GGT gleichzeitig erhöht. Sonst trainingsbedingt.
GGT<60 U/L60–120 U/L>120 U/LDER Leberschaden-Marker. Orale sofort absetzen. Arzt.
HDL>40 mg/dl25–40 mg/dl<25 mg/dlOrale absetzen, Omega-3 (3–4 g/Tag), Cardio 3–5×/Wo
LDL<130 mg/dl130–190 mg/dl>190 mg/dlErnährung optimieren, Cardio steigern, orale reduzieren
Testosteron300–1.000 ng/dlNach PCT: 230–300 ng/dlNach PCT: <230 ng/dl + LH/FSH↓Retest in 8–12 Wo. Falls weiterhin niedrig: Endokrinologe
Östradiol (E2)20–52 pg/ml52–80 pg/ml>80 pg/ml + SymptomeAI anpassen (Arimidex 0,25–0,5 mg EOD). Nicht überdosieren!
LH1,5–9,3 mIU/mlNach PCT: <1,5<0,5 nach 24 WoHPTA-Recovery unvollständig → Endokrinologe
FSH1,5–12,4 mIU/mlNach PCT: <1,5<0,5 nach 24 WoWie LH — gleiche Maßnahmen

Einheiten-Umrechnung (dein deutsches Labor zeigt möglicherweise andere Einheiten als US-Foren):

  • Testosteron: 1 nmol/l = 28,8 ng/dl → 10 nmol/l = 288 ng/dl, 20 nmol/l = 576 ng/dl, 35 nmol/l = 1.008 ng/dl
  • Östradiol: 1 pmol/l = 0,272 pg/ml → 73 pmol/l ≈ 20 pg/ml, 190 pmol/l ≈ 52 pg/ml
  • Cholesterin: 1 mmol/l = 38,67 mg/dl → HDL 1,0 mmol/l = 38,7 mg/dl

Wann und wie oft sollte man Blut abnehmen lassen? – Der 3-Phasen-Zeitplan

Der optimale Bluttest-Zeitplan folgt 3 Phasen: 4–6 Wochen vor der Kur (vollständige Baseline), Woche 5–6 der Kur (Mid-Cycle-Check) und 4–6 Wochen nach PCT (Recovery-Kontrolle). Dieses Schema empfiehlt die klinische Leitlinie von Sheridan et al. (2024) als Mindeststandard für AAS-Anwender.

Phase 1 — VOR der Kur (Baseline). Alle 10 Marker testen lassen — plus Prolaktin, falls 19-Nor-Steroide wie Nandrolon oder Trenbolon geplant sind. Blutabnahme: morgens nüchtern zwischen 8 und 10 Uhr, 48 Stunden kein Training, 72 Stunden kein Alkohol. Die Ergebnisse speichern — sie sind die Referenz für alle zukünftigen Vergleiche.

Phase 2 — WÄHREND der Kur (Mid-Cycle-Check). In Woche 5–6 einer typischen 12-Wochen-Kur. Bis dahin haben sich die Blutspiegel der meisten injizierbaren Ester stabilisiert, und erste Veränderungen an Hämatokrit, Leberwerten und Lipiden werden sichtbar. Fokus: Hämatokrit, Leberwerte (ALT, AST, GGT), Lipidprofil und Östradiol. Bei oralen Steroiden wie Dianabol, Anadrol oder Winstrol: Leberwerte (ALT, GGT) alle 2–4 Wochen kontrollieren, da die Hepatotoxizität bei C17-aa-Verbindungen schnell ansteigen kann. Bei Trenbolon oder Nandrolon: Prolaktin zusätzlich in Woche 4 — steigt Prolaktin über 25 ng/ml, bevor der Mid-Cycle-Check fällig wäre, geraten Libido und Erektionsfähigkeit in Gefahr. Der Mid-Cycle-Check bietet genug Zeit, um Dosierungen anzupassen oder Substanzen zu wechseln, bevor Probleme eskalieren. Derek von More Plates More Dates betont regelmäßig, dass Mid-Cycle-Blutwerte der unterschätzteste Harm-Reduction-Schritt sind — die meisten Anwender testen nur vor und nach der Kur und verpassen damit das Fenster für rechtzeitige Korrekturen.

Phase 3 — NACH der Kur (Post-PCT-Check). 4–6 Wochen nach Ende der PCT alle 10 Marker erneut testen und mit der Baseline vergleichen. Die Leitlinie von Sheridan et al. definiert klare Follow-up-Kriterien: Testosteron unter 8 nmol/l (ca. 230 ng/dl) mit unterdrückten Gonadotropinen nach 12 Wochen → erneuter Test nach weiteren 8–12 Wochen. Steigt Testosteron auf dem Wiederholungstest um mehr als 2 nmol/l an, ist eine positive Tendenz erkennbar und ein weiterer Kontrolltermin in 8–12 Wochen angemessen. Bleibt Testosteron nach insgesamt 24 Wochen supprimiert → Überweisung an einen Endokrinologen. Grundlagen zur Nachbehandlung erklärt der Artikel Absetzen von Steroiden – PCT-Grundlagen, die passenden Produkte findest du unter PCT nach dem Zyklus.

Praktische Umsetzung in Deutschland: Ein Hausarzt kann alle genannten Werte als IGeL-Leistung (Individuelle Gesundheitsleistung) abnehmen. Die Kosten liegen bei ca. 80–150 € pro Untersuchung. Alternativen: sportmedizinische Praxen, Endokrinologen oder Online-Bluttestdienste, die Komplettpakete für 100–200 € anbieten.

Wie sage ich meinem Arzt, dass ich Blut abnehmen lassen will? — 3 Gesprächsstrategien

Die größte Hürde für Steroid-Anwender ist nicht der Bluttest selbst, sondern der Gang zum Arzt — die Angst vor Verurteilung, Ablehnung oder rechtlichen Konsequenzen hält viele davon ab, überhaupt Blut abnehmen zu lassen. Hier sind 3 erprobte Strategien, sortiert von offen bis diskret.

Strategie 1 — Volle Offenheit (empfohlen). Sage deinem Arzt direkt, dass du anabole Steroide verwendest und deine Blutwerte überwachen willst. Formulierung: „Ich verwende Testosteron und möchte meine Leber-, Blut- und Hormonwerte regelmäßig kontrollieren lassen, um gesundheitliche Risiken zu minimieren.“ Ärzte in Deutschland unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht (§ 203 StGB) — dein Steroidgebrauch wird weder an die Polizei, noch an die Krankenkasse, noch an den Arbeitgeber gemeldet. Der persönliche Gebrauch ist strafrechtlich nicht relevant (strafbar nach dem AMG sind nur Handel und Besitz in nicht geringen Mengen, nicht der persönliche Gebrauch). Ein Arzt, der deinen Kontext kennt, interpretiert deine Werte deutlich besser — ein supraphysiologisches Testosteron von 2.500 ng/dl alarmiert ihn nicht unnötig, und ein supprimiertes LH von 0,1 mIU/ml wird korrekt als AAS-bedingt eingeordnet statt als Hypophysentumor untersucht.

Strategie 2 — Teilweise Offenheit. Sage, dass du „Hormonpräparate“ oder „Testosteron zur Leistungssteigerung“ nimmst, ohne Details zu Dosierung oder spezifischen Substanzen zu nennen. Formulierung: „Ich nehme ein Testosteron-Präparat ein und möchte meine Blutwerte regelmäßig kontrollieren lassen — können Sie ein großes Blutbild, Leberwerte, Lipidprofil und Hormonstatus veranlassen?“ Die meisten Hausärzte schätzen den verantwortungsvollen Umgang und bestellen die Werte ohne weitere Fragen.

Strategie 3 — Ohne Angabe von Gründen (IGeL). Du hast das Recht, Blutwerte als IGeL-Leistung (Individuelle Gesundheitsleistung) zu bestellen, ohne eine medizinische Begründung zu liefern. Formulierung: „Ich möchte ein Check-up-Blutbild als Selbstzahler — großes Blutbild, Leberwerte, Lipidprofil und Hormonstatus.“ Der Arzt ist nicht verpflichtet, den Grund zu erfragen. Du bezahlst 80–150 € direkt in der Praxis und erhältst die Ergebnisse in 3–7 Werktagen.

Du musst dich nicht rechtfertigen, du musst nicht lügen, und du musst keine Angst haben. Tausende Steroid-Anwender in Deutschland lassen regelmäßig Blut abnehmen — Ärzte sind das gewohnt, besonders in sportmedizinischen und endokrinologischen Praxen.

Welche Tests muss ich genau bestellen? — Die Laborliste zum Ausdrucken

Damit du beim Arzt oder Online-Dienst exakt die richtigen Tests bestellst, hier die offizielle Laborbezeichnung für jeden der 10 Marker — ausdrucken, dem Arzt oder der Arzthelferin geben, fertig.

Nr.MarkerDeutsche LaborbezeichnungLaboranforderungIm Standard-Blutbild?
1HämatokritHämatokrit (HKT)Großes Blutbild✅ Ja
2HämoglobinHämoglobin (Hb)Großes Blutbild✅ Ja
3ALT (GPT)Alanin-AminotransferaseLeberwerte❌ Separat
4AST (GOT)Aspartat-AminotransferaseLeberwerte❌ Separat
5GGTGamma-GlutamyltransferaseLeberwerte❌ Separat
6HDL-CholesterinHDL-CholesterinLipidprofil❌ Separat
7LDL-CholesterinLDL-CholesterinLipidprofil❌ Separat
8Testosteron gesamtTestosteron (gesamt, Serum)Hormonstatus männlich❌ Separat
9Östradiol (E2)17-β-ÖstradiolHormonstatus männlich❌ Separat
10LH + FSHLuteinisierendes Hormon + Follikelstimulierendes HormonHormonstatus männlich❌ Separat

Sage dem Arzt oder der MFA (Medizinische Fachangestellte) diese 4 Anforderungen:

  1. Großes Blutbild (deckt Hämatokrit + Hämoglobin ab)
  2. Leberwerte (ALT, AST, GGT)
  3. Lipidprofil (HDL, LDL, Triglyceride, Gesamtcholesterin)
  4. Hormonstatus männlich (Testosteron gesamt, Östradiol, LH, FSH)

Zusätzlich bei bestimmten Kuren: Bei Nandrolon oder Trenbolon: Prolaktin dazu bestellen. Bei HGH: Nüchternblutzucker und HbA1c. Über 40 Jahre: PSA (Prostata-spezifisches Antigen).

Online-Bluttestdienste in Deutschland: Anbieter wie Cerascreen, Lykon oder Verisana bieten Hormon-Komplettpakete für 100–200 € an. Der Ablauf: Paket online bestellen → Kit per Post erhalten → Blut in einem Partnerlabor oder per Fingerstich-Kit abnehmen → Ergebnisse in 3–5 Werktagen digital auf dem Handy. Vorteil: kein Arztgespräch nötig. Nachteil: Fingerstich-Kits liefern für einige Marker (besonders Hämatokrit) weniger präzise Ergebnisse als eine venöse Blutabnahme — für die Baseline empfiehlt sich daher eine venöse Abnahme beim Arzt oder im Partnerlabor.

Wie liest man seine Blutwerte richtig? – 5 häufige Fehlinterpretationen

Die häufigste Fehlinterpretation bei Steroid-Blutwerten: erhöhte AST- und ALT-Werte werden als Leberschaden gedeutet, obwohl sie bei Kraftsportlern oft durch Muskelzellenabbau verursacht sind — der Gamma-GT-Wert ist der zuverlässigste Marker für echte Hepatotoxizität.

Fehler 1 — AST/ALT erhöht ≠ automatisch Leberschaden. Pettersson et al. zeigten in „Muscular exercise can cause highly pathological liver function tests in healthy men“ (Br J Clin Pharmacol, 2008), dass intensives Krafttraining ALT um das 5-fache und AST um das 10-fache der Obergrenze anheben kann — ohne jeglichen Steroidgebrauch. Der Schlüssel: Kreatinkinase (CK) steigt parallel an, GGT bleibt normal. Sind AST und ALT erhöht, aber GGT im Referenzbereich, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine trainingsbedingte und keine lebertoxische Erhöhung. Die Halbwertszeit von Steroiden bestimmt dabei, wie lange exogene Substanzen die Leberwerte beeinflussen.

Fehler 2 — Testosteron „im Normbereich“ nach PCT ≠ Recovery. Testosteron kann bei 350 ng/dl liegen — technisch „normal“. Bleiben LH und FSH unterdrückt (nahe 0), produziert der Körper das Testosteron nicht selbst. Die Erklärung: Reste exogener Zufuhr zirkulieren noch, oder langkettige Ester wie Testosteron Undecanoat oder Nandrolon Decanoat sind noch nicht vollständig abgebaut. Erst wenn Testosteron UND LH/FSH auf Baseline-Niveau liegen, ist die HPTA-Recovery bestätigt.

Fehler 3 — Östradiol allein sagt wenig aus. Das Verhältnis Testosteron zu Östradiol ist relevanter als der absolute E2-Wert. Ein Östradiol von 50 pg/ml bei Testosteron von 900 ng/dl liegt im normalen Aromatisierungsverhältnis — keine Intervention nötig. Dasselbe E2 von 50 pg/ml bei Testosteron von 300 ng/dl deutet auf übermäßige Aromatisierung hin und erfordert eine Anpassung des Aromatasehemmers. Viele Anwender machen den Fehler, Östradiol auf Werte unter 20 pg/ml zu drücken, weil sie Gynäkomastie fürchten — doch zu niedriges Östradiol zerstört die Gelenkschmierung, senkt die Libido und kann die Knochendichte beeinträchtigen.

Fehler 4 — Hämatokrit über 54 % ist kein „Ein/Aus-Schalter“. Ein einzelner Wert von 54,5 % ist ein Warnsignal, kein sofortiger Notfall. Der Trend über mehrere Messungen ist entscheidend: ein steigender Hämatokrit über 3–4 Wochen erfordert eine Dosisreduktion oder Kur-Pause. Ein stabil-grenzwertiger Hämatokrit mit ausreichender Hydratation (>3 Liter Wasser/Tag) ist anders zu bewerten als ein rapider Anstieg von 48 % auf 55 % innerhalb von 6 Wochen.

Fehler 5 — Ein einzelner Bluttest ist eine Momentaufnahme, kein Urteil. Dehydrierung erhöht den Hämatokrit künstlich um 2–4 Prozentpunkte. Schlafmangel und akuter Stress verändern Cortisolspiegel und beeinflussen indirekt Testosteron. Alkohol innerhalb von 72 Stunden vor der Blutabnahme verfälscht Leberwerte. Selbst die Tageszeit spielt eine Rolle: Testosteron ist morgens um 8 Uhr am höchsten und fällt bis 16 Uhr um 20–30 % ab. Trends über 2–3 Tests unter standardisierten Bedingungen (morgens, nüchtern, 48 h trainingsfrei) sind aussagekräftiger als Einzelwerte — deshalb das 3-Phasen-Schema.

Welche Blutwerte sind bei welchem Steroid besonders wichtig?

Welche Blutwerte Priorität haben, hängt vom eingesetzten Steroid ab: Bei oralen C17-alpha-alkylierten Verbindungen stehen Leberwerte im Vordergrund — bei 19-Nor-Steroiden ist Prolaktin der kritische Marker. A.T. Kicman beschreibt in der Referenzarbeit „Pharmacology of anabolic steroids“ (British Journal of Pharmacology, 2008) die unterschiedlichen pharmakologischen Profile und Nebenwirkungsmuster der einzelnen AAS-Klassen. William Llewellyn ergänzt in seinem Standardwerk „Anabolics“ substanzspezifische Empfehlungen zur Blutüberwachung.

Testosteron Enantat und alle Testosteron-Ester: Hämatokrit (Testosteron stimuliert die Erythropoese dosisabhängig), Östradiol (Testosteron aromatisiert zu E2) und Lipidprofil. Testosteron ist die Basis fast jeder Kur — die Marker entsprechen dem Standard-Panel der 10 Werte.

Orale C17-aa-Steroide (Dianabol, Anadrol, Winstrol, Superdrol, Turinabol): ALT, AST und GGT alle 2–4 Wochen während der Einnahme. Lipidprofil — besonders HDL, da orale Steroide die stärkste negative Wirkung auf das Cholesterinprofil haben. Detaillierte Hepatotoxizitätsprofile liefert die NIH LiverTox-Datenbank.

Nandrolon Decanoat (Deca-Durabolin) und Trenbolon (19-Nor-Steroide): Alle Standard-Marker plus Prolaktin ab Woche 4. Beide 19-Nor-Verbindungen können die Prolaktinsekretion erhöhen — Werte über 25 ng/ml erfordern die Zugabe von Cabergolin. Trenbolon stimuliert zusätzlich die Erythropoese stärker als die meisten AAS → Hämatokrit-Kontrolle ist hier besonders kritisch.

Boldenon (Equipoise): Hämatokrit als primärer Fokus-Marker. Boldenon stimuliert die Erythropoese ausgeprägter als Testosteron — Hämatokrit-Anstiege über 54 % treten hier häufiger und schneller auf als bei den meisten anderen AAS. Anwender, die Boldenon in Dosierungen über 400 mg/Woche einsetzen, kontrollieren den Hämatokrit idealerweise bereits ab Woche 4 und nicht erst im Standard-Mid-Cycle-Check.

HGH (Wachstumshormon) und Insulin: Nüchternblutzucker, HbA1c und IGF-1 (insulinähnlicher Wachstumsfaktor 1). Wachstumshormon senkt die Insulinsensitivität dosisabhängig, was bei langfristiger Anwendung (>4 IU/Tag über mehrere Monate) eine Insulinresistenz begünstigen kann. Ein Nüchternblutzucker über 100 mg/dl oder ein HbA1c über 5,7 % erfordert eine Dosisreduktion oder den Einsatz von Metformin in Absprache mit einem Arzt. IGF-1 dokumentiert die biologische Wirksamkeit des eingesetzten HGH — Werte unter der altersentsprechenden Norm deuten auf eine unterdosierte oder unwirksame Charge hin.

PCT mit Nolvadex (Tamoxifen) oder Clomifen: LH, FSH, Testosteron gesamt und Östradiol — diese 4 Werte bestätigen, ob die HPTA-Achse die endogene Testosteronproduktion wieder aufgenommen hat.

Was tun, wenn Blutwerte außerhalb der Norm liegen? – 5 Warnsignale und Sofortmaßnahmen

Bei 5 Warnsignalen in deinen Blutwerten ist sofortiges Handeln erforderlich: Hämatokrit über 54 %, Leberenzyme auf dem 3-fachen der Obergrenze, HDL unter 25 mg/dl, Östradiol über 80 pg/ml mit Symptomen oder Testosteron unter 300 ng/dl nach PCT. Dr. Thomas O’Connor („The Anabolic Doc“) betont in seiner klinischen Praxis, dass die Mehrzahl schwerer AAS-Komplikationen durch rechtzeitige Blutbildkontrollen und konsequentes Handeln vermeidbar gewesen wäre.

Warnsignal 1 — Hämatokrit >54 %. Kur sofort pausieren oder Dosis halbieren. Flüssigkeitszufuhr auf 3–4 Liter/Tag erhöhen. Boldenon und Trenbolon absetzen, da sie die Erythropoese am stärksten antreiben. Bei anhaltend erhöhten Werten: therapeutische Phlebotomie (Blutspende) in Absprache mit einem Arzt. Erneuter Hämatokrit-Test nach 2 Wochen.

Warnsignal 2 — ALT/AST >3× obere Normgrenze + GGT erhöht. Orale Steroide sofort absetzen. TUDCA (Tauroursodeoxycholsäure) mit 500 mg/Tag starten. Alkohol komplett streichen. Erneuter Lebertest in 2 Wochen — steigen die Werte weiter an, ist eine ärztliche Abklärung (Hepatologe) nötig. Die Leitlinie von Sheridan et al. (2024) empfiehlt bei ALT über dem 3-fachen der Obergrenze eine weiterführende hepatologische Diagnostik.

Warnsignal 3 — HDL <25 mg/dl. Kardiovaskuläres Hochrisiko. Orale Steroide absetzen (sie sind die Hauptverursacher). Omega-3-Fettsäuren (3–4 g/Tag), Cardio 3–5× pro Woche (30 Minuten moderate Intensität) und eine Ernährungsoptimierung (weniger gesättigte Fette, mehr Ballaststoffe) einleiten. Erneuter Lipid-Check nach 4 Wochen.

Warnsignal 4 — Östradiol >80 pg/ml + Symptome. Symptome: schmerzhafte oder geschwollene Brustdrüsen (Gynäkomastie-Anzeichen), starke Wasserretention, Stimmungsschwankungen. AI-Dosis anpassen: Arimidex 0,25–0,5 mg EOD (jeden zweiten Tag) oder Aromasin 12,5 mg EOD. Nicht überdosieren — zu niedriges Östradiol verursacht Gelenkschmerzen, Libidoverlust und erhöht das Frakturrisiko. Weitere Strategien beschreibt der Artikel So senken Sie Ihren Östrogenspiegel.

Warnsignal 5 — Testosteron <300 ng/dl + LH/FSH unterdrückt, 24 Wochen nach PCT. Die HPTA-Recovery ist gescheitert. Die Leitlinie von Sheridan et al. empfiehlt in diesem Fall die Überweisung an einen Endokrinologen zur Abklärung eines hypogonadotropen Hypogonadismus. Eine mögliche Indikation für TRT (Testosteronersatztherapie) ist zu prüfen — ein Zustand, der bei langjährigem AAS-Gebrauch auftreten kann, wenn die Hypophyse dauerhaft geschädigt ist.

Wann starte ich den Mid-Cycle-Bluttest — und wann relativ zur Injektion?

Der Mid-Cycle-Bluttest erfolgt in Woche 5–6 einer typischen 12-Wochen-Kur — aber der Zeitpunkt innerhalb der Injektionswoche beeinflusst die Ergebnisse massiv und wird in den meisten Anleitungen nicht erklärt.

Die Faustregel: Blut am Trough abnehmen — direkt VOR der nächsten geplanten Injektion. Der Trough (Tiefstwert) zeigt den niedrigsten Spiegel zwischen zwei Injektionen. Dieser Wert ist reproduzierbar und vergleichbar. Ein Bluttest 24–48 Stunden nach der Injektion (am Peak) zeigt dagegen den höchsten Spiegel — der Testosteronwert liegt dann künstlich hoch, Östradiol ist ebenfalls peakbelastet, und die Werte sind nicht mit deiner Baseline oder mit zukünftigen Tests vergleichbar.

Beispiel bei Testosteron Enantat 250 mg, 2× pro Woche (Mo/Do):

  • Richtig: Blutabnahme am Donnerstagmorgen (vor der Donnerstag-Injektion) = Trough-Wert nach ~3,5 Tagen
  • Falsch: Blutabnahme am Dienstagmorgen (nur ~24 h nach der Montag-Injektion) = Peak-Wert, nicht aussagekräftig

Alle anderen Vorbereitungsregeln gelten zusätzlich: morgens nüchtern, 8–10 Uhr, 48 Stunden kein Training vorher, kein Alkohol für 72 Stunden, ausreichend hydriert (dehydriert = Hämatokrit künstlich erhöht um 2–4 Prozentpunkte).

Wie sehen gute Blutwerte während einer Kur aus? — Ein Beispielfall

Nicht jeder erhöhte Wert ist ein Problem — und ein „normaler“ Wert nach PCT ist nicht automatisch eine Entwarnung. Hier ein Beispiel dafür, wie solide Mid-Cycle-Blutwerte bei einer typischen Anfänger-Kur (Testosteron Enantat 500 mg/Woche, 12 Wochen) aussehen:

MarkerWert (Beispiel)Bewertung
Hämatokrit49 %✅ Im Rahmen. Unter 52 %, kein Handlungsbedarf.
Hämoglobin16,8 g/dl✅ Leicht erhöht, aber unter 17,5. Normal unter AAS.
ALT (GPT)45 U/L✅ Innerhalb der Norm. Keine orale Steroide = kein Leberstress.
AST (GOT)68 U/L⚠️ Leicht erhöht — aber GGT ist 32 U/L (normal). Also trainingsbedingt.
GGT32 U/L✅ Normal. Leber ist gesund.
HDL34 mg/dl⚠️ Unter 40, aber über 25. Erwartbar bei 500 mg Test/Wo. Omega-3 starten.
LDL142 mg/dl⚠️ Leicht erhöht. Ernährung prüfen, Cardio steigern.
Testosteron gesamt2.100 ng/dl✅ Supraphysiologisch — erwartbar bei 500 mg/Wo. Kein Grund zur Sorge.
Östradiol (E2)48 pg/ml✅ In Relation zum Testosteron-Wert normal. Keine AI-Anpassung nötig.
LH / FSH<0,1 / <0,1 mIU/ml✅ Erwartbar — HPTA ist während der Kur vollständig supprimiert.

Dieser Nutzer kann seine Kur sicher fortsetzen. HDL ist erwartbar gedrückt (Omega-3 starten), AST durch Training erhöht (GGT bestätigt: kein Leberproblem), und die HPTA-Suppression ist der erwartete Normalzustand während einer Kur. Kein einziger Wert erfordert einen Kur-Abbruch.

Wie lange dauert es, bis sich die Werte nach der Kur wieder normalisieren?

Die Erholungszeit variiert stark zwischen den einzelnen Markern — manche normalisieren sich in Tagen, andere brauchen Monate. Hier die typische Recovery-Timeline nach einer Standard-12-Wochen-Kur mit Testosteron Enantat und ordnungsgemäßer PCT:

MarkerTypische Recovery-DauerWas die Erholung beschleunigt
Hämatokrit4–8 Wochen nach Kur-EndeHydratation (3+ L/Tag), ggf. Blutspende
Leberwerte (ALT, AST, GGT)2–6 Wochen nach Absetzen oraler SteroideTUDCA (500 mg/Tag), kein Alkohol
HDL-Cholesterin6–12 Wochen (langsamster Marker!)Omega-3 (3–4 g/Tag), Cardio 30 Min 3–5×/Wo
LDL-Cholesterin4–8 WochenErnährung (weniger gesättigte Fette, mehr Ballaststoffe)
Testosteron gesamt8–16 Wochen nach PCT-StartKorrekte PCT, HCG-Brücke vor PCT, ausreichend Schlaf
LH / FSH6–12 Wochen nach PCT-StartPCT-Timing korrekt einhalten
Östradiol2–4 Wochen nach Normalisierung des TestosteronsAI langsam ausschleichen
Prolaktin (falls erhöht)2–4 Wochen nach Absetzen von Nandrolon/TrenCabergolin 0,25–0,5 mg 2×/Wo

HDL-Cholesterin ist der langsamste Marker — plane mindestens 8–12 Wochen zwischen Kur-Ende und dem nächsten Zyklus ein, damit dein kardiovaskuläres Risikoprofil sich erholen kann. Wer Kur an Kur fährt (Blast & Cruise), gibt seinem HDL keine Chance zur Erholung — das ist der Hauptgrund, warum permanenter AAS-Gebrauch das Herzrisiko drastisch erhöht. Die klinische Studie von Windfeld-Mathiasen et al. (2025) in Circulation bestätigt den Zusammenhang zwischen Langzeit-AAS-Gebrauch und kardiovaskulärem Risiko.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann mein Hausarzt die Blutwerte für eine Steroidkur abnehmen?

Ja — ein Hausarzt kann alle genannten Werte als IGeL-Leistung (Individuelle Gesundheitsleistung) abnehmen lassen und an ein externes Labor schicken. Die Kosten liegen bei ca. 80–150 € pro Untersuchung. Alternativen: sportmedizinische Praxen, Endokrinologen oder Online-Bluttestdienste mit Komplettpaketen für 100–200 €. Sinnvoller als Verschweigen ist Offenheit gegenüber dem Arzt — die Kenntnis des Steroidgebrauchs beeinflusst die Interpretation der Ergebnisse erheblich und ermöglicht eine bessere medizinische Betreuung.

Wie stark erhöht Krafttraining allein AST und ALT?

Intensives Krafttraining kann ALT um das 5-fache und AST um das 10-fache der Obergrenze anheben — ohne jeglichen Steroidgebrauch. Pettersson et al. dokumentierten dies 2008 an gesunden Männern nach einer einzelnen intensiven Trainingseinheit. Der Schlüssel zur Unterscheidung: Kreatinkinase (CK) steigt bei Muskelabbau parallel an, GGT bleibt normal. Daher: 48 Stunden vor der Blutabnahme nicht trainieren, um aussagekräftige Leberwerte zu erhalten.

Welche Blutwerte zeigen, ob die PCT erfolgreich war?

Die 3 entscheidenden Marker für eine erfolgreiche PCT sind: Testosteron gesamt (muss auf Baseline oder >300 ng/dl zurückkehren), LH (>1,5 mIU/ml, idealerweise Baseline-Niveau) und FSH (>1,5 mIU/ml). Testosteron allein reicht nicht — bleiben LH und FSH unterdrückt, produziert der Körper das Testosteron nicht endogen. In diesem Fall zirkulieren möglicherweise noch Reste exogener Zufuhr, oder die HPTA-Achse hat sich nicht erholt.

Wie teuer ist ein komplettes Blutbild für Steroid-Anwender in Deutschland?

Ein großes Blutbild beim Hausarzt kostet als IGeL ca. 4–5 €. Die Zusatzwerte addieren sich: Testosteron gesamt ~20–25 €, Östradiol ~25 €, Lipidprofil (HDL, LDL, Triglyceride) ~15 €, LH + FSH ~30 €, Leberwerte (ALT, AST, GGT) ~10 €, Prolaktin ~25 €. Insgesamt: 80–150 € pro Untersuchung beim Hausarzt, 100–200 € über Online-Bluttestdienste mit Komplettpaket.

Erkennt mein Arzt am Blutbild, dass ich Steroide nehme?

Ja — mehrere Marker bilden ein eindeutiges Muster: supraphysiologischer Testosteronwert (>1500 ng/dl), supprimiertes LH und FSH (nahe 0), erhöhter Hämatokrit und verschobenes Lipidprofil (niedriges HDL, erhöhtes LDL). Ein erfahrener Arzt oder Endokrinologe erkennt dieses Bild sofort. Ärzte in Deutschland unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht — der Steroidgebrauch hat keine strafrechtlichen Konsequenzen für den Patienten (strafbar sind nach dem Arzneimittelgesetz nur Handel und Besitz in nicht geringen Mengen, nicht der persönliche Gebrauch).

Mein Laborbefund zeigt Testosteron in nmol/l statt ng/dl — wie rechne ich um?

Multipliziere den nmol/l-Wert mit 28,8 → das ergibt ng/dl. Beispiele: 10 nmol/l = 288 ng/dl (niedrig-normal), 20 nmol/l = 576 ng/dl (Mitte der Norm), 35 nmol/l = 1.008 ng/dl (obere Norm). Während einer Kur mit 500 mg Testosteron/Woche liegen typische Trough-Werte bei 70–90 nmol/l (ca. 2.000–2.600 ng/dl). Deutsche Labore verwenden überwiegend nmol/l — US-basierte Referenzwerte und die meisten Forum-Diskussionen nutzen ng/dl.

Soll ich meinem Arzt erzählen, dass ich Steroide nehme?

Die ehrliche Antwort: ja, wenn möglich. Dein Arzt unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht (§ 203 StGB) — er darf deinen Steroidgebrauch weder der Polizei noch der Krankenkasse melden. Der persönliche Gebrauch ist in Deutschland nicht strafbar (nur Handel und Besitz in nicht geringen Mengen). Ein Arzt, der deinen Kontext kennt, interpretiert deine Werte richtig: Ein Testosteron von 3.000 ng/dl mit LH bei 0 wird korrekt als AAS-bedingt eingeordnet, statt als Hodentumor untersucht. Falls du trotzdem nicht offen sein willst, funktioniert die IGeL-Variante (Selbstzahler ohne Angabe von Gründen) einwandfrei.

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Anabole Steroide sind in vielen Ländern verschreibungspflichtig oder illegal. In Deutschland unterliegen anabole Steroide dem Arzneimittelgesetz (AMG) — der Erwerb, Besitz und Handel ohne ärztliches Rezept ist strafbar. Konsultiere vor der Anwendung leistungssteigernder Substanzen immer einen qualifizierten Arzt, Endokrinologen oder Sportmediziner. Die Autoren übernehmen keine Haftung für gesundheitliche Schäden durch unsachgemäße Anwendung.

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Dr. Nikola Petrovski
Dr. Nikola Petrovski Experte für anabole Steroide und Leistungssteigerung im Sport Dr. Nikola Petrovski ist ein zertifizierter Sportmediziner, der sich auf anabole Steroide und die Leistungssteigerung von Athleten spezialisiert hat. Mit über 20 Jahren Erfahrung im Bereich Krafttraining und Bodybuilding hat Dr. Petrovski ein tiefes Verständnis dafür entwickelt, wie anabole Steroide sicher und effektiv eingesetzt werden können, um die sportliche Leistung zu steigern. Sein Ansatz kombiniert wissenschaftliches Wissen mit praktischer Erfahrung, um Athleten dabei zu helfen, ihre Spitzenleistung zu erreichen. Ausbildung und Ausbildung Fellowship in Sportmedizin – Universität Skopje, Nordmazedonien Residency in Physikalischer Medizin und Rehabilitation – Universität Skopje, Fakultät für Medizin, Nordmazedonien Doktor der Medizin (M.D.) – Universität Skopje, Nordmazedonien Beruflicher Hintergrund Dr. Petrovski absolvierte sein Medizinstudium an der Universität Skopje in Nordmazedonien, wo er mit Auszeichnung seinen medizinischen Abschluss erlangte. Nach seiner Residency in physikalischer Medizin und Rehabilitation verfolgte er ein Fellowship in Sportmedizin, mit dem Schwerpunkt auf Leistungssteigerung und der Anwendung von anabolen Steroiden im Athletentraining. Dr. Petrovski hat mit zahlreichen Athleten zusammengearbeitet, von Amateur-Bodybuildern bis hin zu professionellen Wettkämpfern, um ihnen zu helfen, Muskelmasse, Kraft und Ausdauer sicher zu steigern. Er bildet Athleten in der richtigen Anwendung von Steroiden aus, wobei er großen Wert auf Sicherheit legt und Nebenwirkungen minimiert, während er gleichzeitig die Ergebnisse maximiert. Mit über 20 Jahren persönlicher Erfahrung im Gewichtheben und Bodybuilding versteht Dr. Petrovski die Disziplin und Hingabe, die erforderlich sind, um Spitzenleistungen zu erzielen. Er kombiniert seine professionelle Expertise mit seinen eigenen Erfahrungen und kennt die Anforderungen und Herausforderungen, denen Athleten beim Training begegnen. Forschung und Advocacy Dr. Petrovski setzt sich für ein besseres Verständnis von anabolen Steroiden im Kontext der Sportmedizin ein. Er hat Forschungen über die sichere Anwendung von leistungssteigernden Substanzen veröffentlicht und spricht regelmäßig auf Konferenzen über die Vorteile und Risiken im Zusammenhang mit anabolen Steroiden. Er ist ein starker Verfechter für informierte Entscheidungen und betont die Bedeutung der richtigen Anleitung bei der Anwendung von leistungssteigernden Substanzen. Persönliches Leben Außerhalb seiner beruflichen Tätigkeit ist Dr. Petrovski ein leidenschaftlicher Gewichtheber mit über 20 Jahren Trainingserfahrung. Er genießt es, seine eigenen physischen Grenzen zu testen und nimmt regelmäßig an Bodybuilding-Wettkämpfen teil. Dr. Petrovski lebt in Skopje, Nordmazedonien, mit seiner Frau und zwei Kindern. Kontakt ? Skopje, Nordmazedonien ? [email protected]

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