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SARMs vs. Steroide: Sind SARMs wirklich die sicherere Alternative?

Inhaltsverzeichnis

SARMs werden im Fitnessbereich oft als die mildere, sicherere und legale Alternative zu anabolen Steroiden vermarktet. Dieser Vergleich prüft diese Behauptung ehrlich: SARMs (Selektive Androgenrezeptor-Modulatoren) sind tatsächlich schwächer als anabole androgene Steroide (AAS) – aber schwächer bedeutet nicht harmlos. Beide unterdrücken die körpereigene Testosteronproduktion, beide haben ein eigenes Risikoprofil, und SARMs haben zusätzlich ein massives Qualitätsproblem. Dieser Artikel vergleicht Wirkmechanismus, Wirkstärke, Nebenwirkungen und Rechtslage – und erklärt, warum „mild“ nicht „sicher“ heißt.

Was sind SARMs und was sind anabole Steroide?

SARMs (Selektive Androgenrezeptor-Modulatoren) und anabole androgene Steroide (AAS) wirken beide über den Androgenrezeptor, gehören aber zu verschiedenen Substanzklassen. SARMs sind nicht-steroidal und gewebeselektiv: Sie zielen stärker auf Muskel- und Knochengewebe als auf Prostata oder Haut, sind meist oral und von keiner Behörde zugelassen. Anabole Steroide sind Testosteron-Derivate, binden breit an alle Androgenrezeptoren und sind teils als Medikament zugelassen. Der zentrale Unterschied: SARMs sind selektiver und schwächer, aber deshalb nicht harmlos.

Bekannte SARMs sind Ostarine (MK-2866), LGD-4033 (Ligandrol) und RAD-140 (Testolon). Die Grundlagen anaboler Steroide – also der steroidalen Gegenklasse – erklärt der Beitrag Anabolika 101. Zwei oft als SARMs verkaufte Substanzen sind chemisch gar keine: Cardarine (GW-501516) ist ein PPAR-δ-Agonist und MK-677 (Ibutamoren) ein Wachstumshormon-Sekretagogum. Die folgende Tabelle stellt beide Klassen gegenüber.

MerkmalSARMsAnabole Steroide (AAS)
Chemische Klassenicht-steroidalsteroidal (Testosteron-Derivate)
Rezeptorbindunggewebeselektivbreit (alle Androgenrezeptoren)
Darreichungmeist oralinjizierbar und oral
Zulassung als Arzneimittelkeine (Forschungschemikalie)teils zugelassen (Testosteron)
Wirkstärkeschwächerstärker
HPTA-Suppressionja (dosisabhängig)ja (stark)
Lebertoxizitätja (DILI-Fallberichte)oral: ja / injizierbar: gering
WADA-Statusverboten (S1.2)verboten (S1)
Kontaminationsrisikohoch (nur ~52 % korrekt deklariert)schwarzmarktabhängig

Die einzelnen Werte erklären die nächsten Abschnitte. Eine Übersicht der Substanzklassen bietet die klinische Referenz „Anabolic Steroids“ (StatPearls).

Wirkstärke im Vergleich – wie viel schwächer sind SARMs?

SARMs sind deutlich schwächer als anabole Steroide. Während eine Testosteron-Basis robuste Zuwächse von mehreren Kilogramm Muskelmasse pro Kur liefert, bewegen sich SARMs wie Ostarine (MK-2866) im Bereich von 1 bis 3 Kilogramm Magermasse pro Zyklus. Diese geringere Wirkstärke ist der Kern des „milderen“ Rufs – doch mild heißt nur schwächer, nicht sicherer. Wer den schwächeren Effekt durch höhere Dosen ausgleicht, steigert vor allem die Nebenwirkungen, nicht den Muskelaufbau. Stärke und Sicherheit sind zwei verschiedene Fragen.

William Llewellyn ordnet SARMs in seinem Standardwerk „Anabolics“ als wirksam, aber den klassischen Steroiden in der Potenz deutlich unterlegen ein. Die folgende Tabelle zeigt typische Größenordnungen – die Zahlen sind Richtwerte und hängen stark von Training und Ernährung ab.

SubstanzKlassetypischer Magermasse-ZuwachsWirkstärke
Ostarine (MK-2866)SARM1–3 kg pro Zyklusmild
RAD-140 (Testolon)SARM2–4 kg pro Zyklusmoderat (für ein SARM)
TestosteronAAS6+ kg pro Kurstark
TrenbolonAAShoch (trockene Masse)sehr stark

Nebenwirkungen und Suppression im Vergleich

SARMs und anabole Steroide haben beide ernste Nebenwirkungen – der Unterschied ist graduell, nicht grundsätzlich. SARMs unterdrücken die körpereigene Testosteronproduktion dosisabhängig (in Studien zu LGD-4033 nachgewiesen), senken das HDL-Cholesterin und verursachen in mehreren Fallberichten Leberschäden (DILI, Drug-Induced Liver Injury – arzneimittelbedingte Leberschädigung). Anabole Steroide wirken stärker androgen und östrogen, mit einem breiteren Spektrum von Gynäkomastie bis Hämatokrit-Anstieg. Beide unterdrücken die HPTA-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Hoden-Achse) und machen eine PCT (Post-Cycle-Therapie) nötig – der Mythos der „suppressionsfreien“ SARMs ist falsch.

Nebenwirkungen von SARMs: Suppression, Leber, Lipide

SARMs sind weder suppressionsfrei noch leber-sicher. Die Arbeitsgruppe um Dr. Shehzad Basaria zeigte 2013, dass LGD-4033 dosisabhängig das Gesamttestosteron, das SHBG und das HDL-Cholesterin senkt – also genau die HPTA-Suppression, die das Marketing bestreitet. Wie dieser Regelkreis funktioniert, erklärt der Beitrag zur HPTA-Achse. Hinzu kommen dokumentierte Leberschäden: Fallberichte zu RAD-140 (Testolon) und LGD-4033 beschreiben eine arzneimittelbedingte Leberschädigung (DILI) mit Gelbsucht und stark erhöhten Leberwerten. Ein gut dokumentierter Fall betrifft einen 52-jährigen Mann nach dreimonatigem hochdosiertem LGD-4033-Gebrauch (Fallbericht, PMC).

Nebenwirkungen von anabolen Steroiden: Androgen, Östrogen, Herz-Kreislauf

Anabole Steroide haben ein breiteres und stärkeres Nebenwirkungsprofil. Stark androgene Wirkungen verursachen Akne, Haarausfall und bei Frauen eine Virilisierung; aromatisierende Steroide wie Testosteron werden zu Östradiol umgewandelt (Aromatisierung) und können Gynäkomastie und Wassereinlagerung auslösen. Hinzu kommt ein steigender Hämatokrit mit Thromboserisiko. Ein wichtiger Unterschied innerhalb der AAS: Orale, C17-alpha-alkylierte Steroide sind lebertoxisch, injizierbare Ester dagegen kaum – die Details erklärt der Beitrag Steroide und die Leber. Beide Substanzklassen erfordern nach dem Absetzen eine PCT.

Der Mythos der „sichereren Alternative“

SARMs sind keine sichere oder legale Alternative zu anabolen Steroiden – dieser Mythos hält sich vor allem aus Marketinggründen. SARMs sind von keiner Arzneimittelbehörde für den menschlichen Gebrauch zugelassen, unterdrücken die körpereigene Hormonproduktion und haben ein eigenes Risikoprofil für Leber, Herz-Kreislauf-System und Psyche. Hinzu kommt ein gravierendes Qualitätsproblem: In einer Analyse im Fachjournal JAMA enthielten nur 52 Prozent der als SARMs verkauften Produkte tatsächlich das angegebene SARM. „Milder“ bedeutet schwächer – nicht sicherer.

Die Studie von Ryan Van Wagoner und Shalender Bhasin (JAMA, 2017) untersuchte 44 online verkaufte SARM-Produkte: Nur 23 (52 %) enthielten das deklarierte SARM, 17 (39 %) enthielten einen anderen, nicht zugelassenen Wirkstoff, und 4 Produkte enthielten gar keinen Wirkstoff. Die Dosierungen schwankten extrem. Wer SARMs als „sauberere“ Wahl betrachtet, kauft also in den meisten Fällen ein falsch deklariertes Produkt. Ein ehrlicher Substanzvergleich ordnet beide Klassen realistisch ein – eine Übersicht bietet der Beitrag Steroide im Vergleich.

Rechtslage und Qualität: nicht zugelassen, kontaminiert, im Sport verboten

Weder SARMs noch anabole Steroide sind in Deutschland frei verkäuflich. Anabole Steroide sind verschreibungspflichtig; Erwerb, Besitz und Handel in nicht geringer Menge zu Dopingzwecken sind nach § 6a AMG und dem Anti-Doping-Gesetz strafbar. SARMs sind als Arzneimittel gar nicht zugelassen – ihr Vertrieb zum menschlichen Verzehr ist illegal. Beide stehen auf der WADA-Verbotsliste (Abschnitt S1 bzw. S1.2). Wegen der hohen Fälschungsrate ist ein Certificate of Analysis (CoA) – ein unabhängiger Laborbericht zu Reinheit und Wirkstoffgehalt – bei beiden Substanzklassen unverzichtbar.

Ein CoA ersetzt keine Bluttests, sondern ergänzt sie: Der Laborbericht prüft das Produkt, die Bluttests prüfen die Wirkung auf den Körper. Welche Werte vor, während und nach der Anwendung zu kontrollieren sind, fasst der Beitrag Blutbild: 10 Werte, die du testen musst zusammen. Die folgende Tabelle vergleicht den rechtlichen Status beider Klassen.

AspektSARMsAnabole Steroide
Zulassung als Arzneimittelkeineteils (Testosteron für Hypogonadismus)
Rechtsstatus Deutschlandnicht zugelassen; Vertrieb zum Verzehr illegalverschreibungspflichtig; Doping-Handel strafbar (§ 6a AMG)
WADA-VerbotslisteS1.2 (andere anabole Wirkstoffe)S1 (anabole androgene Steroide)
USAFDA-Warnschreiben; 2019 SARMs Control Actkontrollierte Substanz (Schedule III)

Für wen ist welche Substanzklasse geeignet?

Für wen eignet sich welche Substanzklasse? Ehrlich beantwortet: Keine der beiden ist sicher. Anabole Steroide haben eine besser verstandene Pharmakologie, sind aber kontrolliert und verlangen Testosteron als Basis, eine PCT und regelmäßige Bluttests. SARMs sind schwächer, dafür unzugelassen, häufig kontaminiert und ebenfalls suppressiv. Wer eine „milde und sichere“ Option sucht, findet sie bei keinem von beiden. Wer sich dennoch entscheidet, braucht laborgeprüfte Ware, Bluttests und eine PCT – besonders Einsteiger sollten SARMs nicht als risikofreien Einstieg missverstehen.

Daraus folgt eine klare Konsequenz für beide Klassen: Nach dem Absetzen folgt eine strukturierte Nachsorge, die die körpereigene Produktion wieder anstößt – die Grundlagen beschreibt der Beitrag PCT-Grundlagen: Steroide richtig absetzen. Wer sich speziell mit der SARM-Auswahl beschäftigt, findet einen ehrlichen Überblick im Beitrag Beste SARMs für Bodybuilding. Die wichtigste Botschaft bleibt: Die Wahl steht nicht zwischen „gefährlich“ und „sicher“, sondern zwischen zwei Wegen mit jeweils eigenen Risiken.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sind SARMs sicherer als Steroide?

Nein, nicht im eigentlichen Sinn. SARMs sind schwächer, aber von keiner Behörde zugelassen, unterdrücken das Testosteron und haben ein eigenes Risikoprofil für Leber und Herz-Kreislauf-System. „Milder“ bedeutet schwächer, nicht sicherer.

Unterdrücken SARMs das Testosteron?

Ja, dosisabhängig. Studien zu LGD-4033 zeigen eine deutliche Senkung von Gesamttestosteron und SHBG. Der Mythos der „suppressionsfreien“ SARMs ist falsch – eine PCT ist meist nötig.

Sind SARMs in Deutschland legal?

Nein. SARMs sind als Arzneimittel nicht zugelassen; der Vertrieb zum menschlichen Verzehr ist illegal. Im Sport sind sie von der WADA verboten (Abschnitt S1.2).

Wie stark sind SARMs im Vergleich zu Steroiden?

Deutlich schwächer. SARMs wie Ostarine liefern 1 bis 3 Kilogramm Magermasse pro Zyklus, eine Testosteron-Basis ein Vielfaches davon.

Braucht man nach SARMs eine PCT?

Meist ja. Da SARMs die Hormonachse dosisabhängig unterdrücken, ist nach den meisten Zyklen eine Post-Cycle-Therapie sinnvoll, begleitet von Bluttests.

Schädigen SARMs die Leber?

Ja, mehrere Fallberichte dokumentieren Leberschäden (DILI) nach SARM-Gebrauch, besonders bei LGD-4033 und RAD-140. SARMs sind nicht „leber-sicher“.


Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Anabole Steroide sind in Deutschland nach dem Arzneimittelgesetz (§ 6a AMG) und dem Anti-Doping-Gesetz (AntiDopG) rezeptpflichtig; der Erwerb, Besitz oder Handel in nicht geringer Menge zu Dopingzwecken ist strafbar. SARMs (Selektive Androgenrezeptor-Modulatoren) sind als Arzneimittel nicht zugelassen, ihr Vertrieb zum menschlichen Verzehr ist illegal, und sie sind Gegenstand von FDA-Warnschreiben sowie des 2019 vorgeschlagenen SARMs Control Act. Beide Substanzklassen stehen auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) – anabole Steroide in Abschnitt S1, SARMs in Abschnitt S1.2 – und sind im und außerhalb des Wettkampfs verboten. Beide unterdrücken die körpereigene Testosteronproduktion und haben erhebliche gesundheitliche Risiken, darunter Leberschäden, ungünstige Blutfette und kardiovaskuläre Belastung. Konsultiere vor der Anwendung leistungssteigernder Substanzen immer einen qualifizierten Arzt, Endokrinologen oder Sportmediziner und lasse deine Blutwerte ärztlich überwachen. Die Autoren übernehmen keine Haftung für gesundheitliche Schäden durch unsachgemäße Anwendung.

Haftungsausschluss: Die Inhalte dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keinen Ersatz für professionelle medizinische Beratung dar. Konsultieren Sie stets Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie gesundheitliche Entscheidungen treffen. Die Autoren und Herausgeber dieses Blogs übernehmen keinerlei Verantwortung oder Haftung für Verluste, Schäden oder Verletzungen, die aus dem Vertrauen auf die bereitgestellten Informationen entstehen.
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Dr. Nikola Petrovski
Dr. Nikola Petrovski Experte für anabole Steroide und Leistungssteigerung im Sport Dr. Nikola Petrovski ist ein zertifizierter Sportmediziner, der sich auf anabole Steroide und die Leistungssteigerung von Athleten spezialisiert hat. Mit über 20 Jahren Erfahrung im Bereich Krafttraining und Bodybuilding hat Dr. Petrovski ein tiefes Verständnis dafür entwickelt, wie anabole Steroide sicher und effektiv eingesetzt werden können, um die sportliche Leistung zu steigern. Sein Ansatz kombiniert wissenschaftliches Wissen mit praktischer Erfahrung, um Athleten dabei zu helfen, ihre Spitzenleistung zu erreichen. Ausbildung und Ausbildung Fellowship in Sportmedizin – Universität Skopje, Nordmazedonien Residency in Physikalischer Medizin und Rehabilitation – Universität Skopje, Fakultät für Medizin, Nordmazedonien Doktor der Medizin (M.D.) – Universität Skopje, Nordmazedonien Beruflicher Hintergrund Dr. Petrovski absolvierte sein Medizinstudium an der Universität Skopje in Nordmazedonien, wo er mit Auszeichnung seinen medizinischen Abschluss erlangte. Nach seiner Residency in physikalischer Medizin und Rehabilitation verfolgte er ein Fellowship in Sportmedizin, mit dem Schwerpunkt auf Leistungssteigerung und der Anwendung von anabolen Steroiden im Athletentraining. Dr. Petrovski hat mit zahlreichen Athleten zusammengearbeitet, von Amateur-Bodybuildern bis hin zu professionellen Wettkämpfern, um ihnen zu helfen, Muskelmasse, Kraft und Ausdauer sicher zu steigern. Er bildet Athleten in der richtigen Anwendung von Steroiden aus, wobei er großen Wert auf Sicherheit legt und Nebenwirkungen minimiert, während er gleichzeitig die Ergebnisse maximiert. Mit über 20 Jahren persönlicher Erfahrung im Gewichtheben und Bodybuilding versteht Dr. Petrovski die Disziplin und Hingabe, die erforderlich sind, um Spitzenleistungen zu erzielen. Er kombiniert seine professionelle Expertise mit seinen eigenen Erfahrungen und kennt die Anforderungen und Herausforderungen, denen Athleten beim Training begegnen. Forschung und Advocacy Dr. Petrovski setzt sich für ein besseres Verständnis von anabolen Steroiden im Kontext der Sportmedizin ein. Er hat Forschungen über die sichere Anwendung von leistungssteigernden Substanzen veröffentlicht und spricht regelmäßig auf Konferenzen über die Vorteile und Risiken im Zusammenhang mit anabolen Steroiden. Er ist ein starker Verfechter für informierte Entscheidungen und betont die Bedeutung der richtigen Anleitung bei der Anwendung von leistungssteigernden Substanzen. Persönliches Leben Außerhalb seiner beruflichen Tätigkeit ist Dr. Petrovski ein leidenschaftlicher Gewichtheber mit über 20 Jahren Trainingserfahrung. Er genießt es, seine eigenen physischen Grenzen zu testen und nimmt regelmäßig an Bodybuilding-Wettkämpfen teil. Dr. Petrovski lebt in Skopje, Nordmazedonien, mit seiner Frau und zwei Kindern. Kontakt ? Skopje, Nordmazedonien ? [email protected]

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