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Steroid-Glossar: 80+ Begriffe für Anfänger erklärt

Steroid-Glossar – über 80 Begriffe für Anfänger erklärt: AAS, PCT, HPTA, Ester und Wirkmechanismen

Inhaltsverzeichnis

Dieses Glossar erklärt über 80 Begriffe aus der Welt der anabolen Steroide — von AAS und Aromatisierung bis Virilisierung und Zyklus. Jeder Eintrag liefert eine klare, anfängerfreundliche Definition in 1–3 Sätzen, die deutsche und englische Fachbegriffe, gängige Abkürzungen und Szene-Slang einschließt. Das Glossar ist thematisch geordnet: Substanzklassen, Wirkmechanismen, Kur-Planung, PCT & Erholung, Nebenwirkungen, Blutwerte und gebräuchliche Abkürzungen.

Begegnet dir in einem Forum, YouTube-Video oder Gym-Gespräch ein Begriff, den du nicht kennst — hier findest du ihn. Einen grundlegenden Einstieg in die Thematik bietet der Artikel Anabolika 101. Für tiefergehende Informationen verlinkt jeder Eintrag zum passenden Detailartikel.

Substanzklassen & Verbindungen — Was ist was?

AAS (anabol-androgene Steroide) ist der Oberbegriff für alle synthetischen Testosteron-Derivate — „anabol“ bedeutet muskelaufbauend, „androgen“ bedeutet vermännlichend, und jedes AAS hat beide Wirkungen in unterschiedlichem Verhältnis. A.T. Kicman beschreibt in der Referenzarbeit „Pharmacology of anabolic steroids“ (British Journal of Pharmacology, 2008) die pharmakologischen Profile aller gängigen Substanzklassen.

AAS (Anabol-Androgene Steroide)

Synthetische Derivate des männlichen Sexualhormons Testosteron. Jedes AAS besitzt sowohl eine anabole (muskelaufbauende) als auch eine androgene (vermännlichende) Komponente. Das Verhältnis dieser beiden Wirkungen variiert je nach Substanz — Anavar (322:24) ist stark anabol bei niedriger androgener Wirkung, Trenbolon (500:500) ist in beiden Bereichen extrem.

Testosteron

Das natürliche männliche Sexualhormon und die Basissubstanz, von der alle AAS abgeleitet sind. Männer produzieren 35–70 mg pro Woche, Frauen 1–3 mg. Testosteron ist die Grundlage fast jeder Steroidkur und dient als Referenzwert (anaboler Index 100, androgener Index 100) für alle anderen AAS.

Ester (Enantat, Cypionat, Propionat, Undecanoat, Decanoat)

Eine chemische Seitenkette, die an den Wirkstoff gebunden wird und die Freisetzungsgeschwindigkeit im Körper steuert. Testosteron Enantat (Halbwertszeit 4,5 Tage) wird 2× pro Woche injiziert, Testosteron Propionat (Halbwertszeit 0,8 Tage) täglich oder jeden zweiten Tag. Derselbe Wirkstoff, unterschiedliches Timing — der Ester ändert nicht die Wirkung, sondern nur die Anflutungs- und Abklinggeschwindigkeit.

DHT-Derivat (Dihydrotestosteron-Derivat)

Steroide, die von Dihydrotestosteron abgeleitet sind: Oxandrolon (Anavar), Stanozolol (Winstrol), Drostanolon (Masteron), Methenolon (Primobolan). Gemeinsame Eigenschaften: keine Aromatisierung zu Östrogen (→ keine Wasserretention), trockene Gains, erhöhtes Risiko für androgenetische Alopezie (Haarausfall) bei genetisch prädisponierten Anwendern.

19-Nor-Steroid (Nortestosteron-Derivat)

Steroide mit modifiziertem C19-Kohlenstoff: Nandrolon (Deca-Durabolin) und Trenbolon. Stark anabol, zusätzliche progestogene Aktivität → können Prolaktin erhöhen. Bekannte Nebenwirkung: „Deca Dick“ (erektile Dysfunktion durch Prolaktinanstieg). Erfordern Prolaktin-Monitoring und ggf. Cabergolin.

C17-alpha-Alkylierung (C17-aa)

Chemische Modifikation, die oralen Steroiden die Leberpassage (First-Pass-Effekt) überstehen lässt. Alle oralen Steroide wie Methandienon (Dianabol), Oxandrolon (Anavar), Stanozolol (Winstrol), Oxymetholon (Anadrol) und Chlorodehydromethyltestosteron (Turinabol) sind C17-alpha-alkyliert — und deshalb hepatotoxisch (leberschädigend). Anabolika-Tabletten erfordern daher Leberschutz (TUDCA) und zeitlich begrenzte Zyklen (4–8 Wochen).

SARMs (Selektive Androgenrezeptor-Modulatoren)

Keine Steroide, sondern eine eigene Substanzklasse. SARMs binden selektiv an Androgenrezeptoren in Muskel- und Knochengewebe, ohne (theoretisch) andere Gewebe wie Prostata oder Haarfollikel zu beeinflussen. Weniger erforscht als klassische AAS, unklare Langzeitrisiken, häufige Qualitätsprobleme bei Untergrundprodukten.

Peptide

Kurze Aminosäureketten mit unterschiedlichen Wirkmechanismen: HGH-Sekretologa wie Ipamorelin und CJC-1295, Heilungspeptide wie BPC-157 und TB-500. Keine AAS — wirken über andere Signalwege als Androgenrezeptoren. Peptide werden subkutan injiziert und ergänzen Steroidkuren, ersetzen sie aber nicht.

HGH (Wachstumshormon / Human Growth Hormone)

Kein Steroid, sondern ein Peptidhormon, das von der Hypophyse produziert wird. Fördert Fettabbau (besonders viszerales Fett), verbessert Hautqualität, stärkt Bindegewebe und beschleunigt die Regeneration. HGH (Wachstumshormon) verursacht keine Virilisierung und ist daher auch bei Frauen beliebt — erfordert aber tägliche subkutane Injektionen.

Clenbuterol

Kein Steroid, sondern ein Beta-2-Sympathomimetikum (Bronchodilatator). Clenbuterol fördert die Fettverbrennung über Thermogenese, steigert den Grundumsatz um 10–15 % und verursacht keine Virilisierung. Dosierung: 20–120 mcg/Tag im 2-Wochen-On/2-Wochen-Off-Schema. Nebenwirkungen: erhöhte Herzfrequenz, Tremor, Schlaflosigkeit.

Wirkmechanismen & Pharmakologie — Wie wirken Steroide im Körper?

Der Androgenrezeptor (AR) ist das Zielprotein in der Muskelzelle, an das Testosteron und alle AAS binden — diese Bindung aktiviert die Genexpression und steigert die Proteinsynthese gegenüber dem natürlichen Level. Laut StatPearls — Anabolic Steroids sind Androgenrezeptor-Bindung, Proteinsynthese und Stickstoffretention die drei Hauptmechanismen der AAS-Wirkung.

Androgenrezeptor (AR)

Protein in den Muskelzellen (und anderen Geweben), an das Testosteron und AAS binden. Diese Bindung aktiviert spezifische Gene → steigert die Proteinsynthese → Muskelwachstum. Verschiedene AAS binden mit unterschiedlicher Affinität — Trenbolon bindet 5× stärker als Testosteron, Anavar deutlich schwächer.

Anaboler Index / Androgener Index

Verhältnis, das die muskelaufbauende (anabole) Stärke im Vergleich zur vermännlichenden (androgenen) Stärke einer Substanz beschreibt. Testosteron = 100:100 (Referenz). Anavar = 322:24 (stark anabol, schwach androgen). Trenbolon = 500:500 (stark in beiden). Je höher der anabole und je niedriger der androgene Wert, desto „milder“ gilt die Substanz.

Aromatisierung

Die enzymatische Umwandlung von Testosteron in Östradiol (Östrogen) durch das Enzym Aromatase. Folgen bei Männern: Wasserretention, Gynäkomastie (Brustgewebe-Wachstum), Stimmungsschwankungen. Nicht alle Steroide aromatisieren — Testosteron und Dianabol ja, Anavar, Winstrol und Trenbolon nein.

Halbwertszeit (HWZ)

Die Zeit, in der die Blutkonzentration einer Substanz um 50 % abfällt. Bestimmt die Injektionsfrequenz: Testosteron Propionat (HWZ 0,8 Tage) → tägliche/EOD-Injektion. Testosteron Enantat (HWZ 4,5 Tage) → 2× pro Woche. Testosteron Undecanoat (HWZ 20+ Tage) → alle 10–14 Tage. Detaillierte Übersicht: Halbwertszeit von Steroiden.

Bioverfügbarkeit

Prozentualer Anteil einer Substanz, der tatsächlich den Blutkreislauf erreicht. Injizierbare Steroide: ca. 100 % Bioverfügbarkeit. Orale Steroide: reduziert durch den First-Pass-Effekt in der Leber — deshalb brauchen orale Steroide die C17-alpha-Alkylierung, um nicht vollständig abgebaut zu werden.

First-Pass-Effekt

Orale Substanzen passieren nach der Aufnahme im Darm zuerst die Leber, bevor sie in den systemischen Blutkreislauf gelangen. Die Leber baut einen Großteil der Substanz ab. C17-alpha-alkylierte Steroide überstehen diesen First-Pass-Effekt — belasten dafür die Leber.

Proteinsynthese (Muscle Protein Synthesis / MPS)

Der Prozess, bei dem der Körper neues Muskelprotein aufbaut. AAS steigern die Proteinsynthese, indem sie an Androgenrezeptoren binden und die Genexpression in den Muskelzellen aktivieren. Ergebnis: schnellerer und stärkerer Muskelaufbau, besonders in Kombination mit Krafttraining und ausreichender Proteinzufuhr.

Stickstoffretention

Eine positive Stickstoffbilanz bedeutet: der Körper baut mehr Protein auf als er abbaut → Muskelwachstum. AAS verbessern die Stickstoffretention in den Muskelzellen und schaffen damit ein dauerhaft anaboles (aufbauendes) Milieu.

Erythropoese

Die Neubildung roter Blutkörperchen (Erythrozyten). AAS stimulieren die Erythropoese → mehr rote Blutkörperchen → verbesserte Sauerstoffversorgung der Muskeln → bessere Ausdauer. Risiko: Hämatokrit steigt über 54 % → Blut wird zu dickflüssig → Thrombose-, Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko.

SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin)

Protein im Blut, das Testosteron bindet und inaktiviert. Nur freies (ungebundenes) Testosteron kann an Androgenrezeptoren binden. Einige AAS wie Stanozolol (Winstrol), Oxandrolon (Anavar) und Mesterolon (Proviron) senken SHBG → mehr freies Testosteron im Blut → stärkere Wirkung.

Kur-Planung & Praxis — Was bedeuten Stack, Cycle, Blast und Co.?

Eine Kur (englisch: Cycle) ist ein zeitlich begrenzter Steroidzyklus mit festgelegter Dosierung, Dauer und Substanzauswahl — typischerweise 8–16 Wochen für injizierbare Steroide und 4–8 Wochen für orale Steroide. William Llewellyn definiert in „Anabolics“ die Standardterminologie für die Zyklusplanung.

Kur (Steroid-Kur)

Der in der deutschen Bodybuilding-Szene gebräuchliche Begriff für einen zeitlich begrenzten Steroidzyklus. „Anfänger-Kur“, „Cutting-Kur“, „Testosteron-Kur“. Typische Dauer: 8–16 Wochen (injizierbar) oder 4–8 Wochen (oral). Einen Anfänger-Plan bietet der Artikel Steroid-Kur für Anfänger.

Zyklus (Cycle)

Synonym für Kur — in medizinischen und technischen Kontexten bevorzugt. „Der Zyklus dauert 12 Wochen.“ Beide Begriffe sind korrekt und erscheinen im selben Text.

Stack

Die Kombination von 2 oder mehr Substanzen in derselben Kur. Beispiel: Testosteron Enantat + Anavar + TUDCA (Leberschutz). Stacking verstärkt die Ergebnisse, aber auch die Nebenwirkungen. Die besten Steroid Stacks zeigt bewährte Kombinationen.

Solo-Kur (Mono-Cycle)

Die Verwendung nur eines einzigen AAS. Standard für Anfänger: Testosteron Solo (Männer) oder Anavar Solo (Frauen). Vorteil: Bei Nebenwirkungen ist klar, welche Substanz verantwortlich ist.

Kickstart

Ein schnell wirkendes orales Steroid wie Dianabol oder Anadrol wird in den ersten 4–6 Wochen einer Kur eingesetzt, während der langsamere injizierbare Ester (z. B. Testosteron Enantat) volle Blutspiegel aufbaut. Nach 4–6 Wochen wird das orale Steroid abgesetzt und das Injizierbare übernimmt.

Finisher

Ein orales Steroid wie Winstrol oder Anavar wird in den letzten 4–6 Wochen einer Kur hinzugefügt, um vor dem Kur-Ende maximale Härte, Definition und visuelle Wirkung zu erzielen.

Frontloading

Die Verdoppelung der Injektionsdosis in den ersten 1–2 Wochen, um schneller stabile Blutspiegel zu erreichen. Fortgeschrittene Technik — für Anfänger nicht empfohlen, da Nebenwirkungen ebenso schneller einsetzen.

Pyramiding

Langsames Steigern der Dosis bis zu einem Peak, dann Reduzierung. Veraltete Methode — die moderne Praxis bevorzugt stabile, gleichmäßige Dosierung über die gesamte Kur.

Blast and Cruise

Wechsel zwischen hochdosierten „Blast“-Phasen (z. B. 500 mg Testosteron/Woche + zusätzliche Substanzen) und niedrig dosierten „Cruise“-Phasen (TRT-Dosis, 100–200 mg/Woche) — ohne jemals vollständig abzusetzen. Keine PCT. Langfristige Strategie für fortgeschrittene Anwender. TRT (Testosteronersatztherapie) beschreibt die Cruise-Dosierungen.

Bridge

Niedrig dosierter Steroidgebrauch zwischen zwei Kuren, um Gains zu erhalten und (theoretisch) eine teilweise Erholung zu ermöglichen. Umstritten — die meisten Experten empfehlen vollständige Off-Phasen.

TRT (Testosteron-Ersatztherapie / Testosterone Replacement Therapy)

Medizinisch verordnete oder selbstverordnete niedrig dosierte Testosteron-Gabe (100–200 mg/Woche) zur Aufrechterhaltung normaler männlicher Testosteronspiegel. Anwendung: bei diagnostiziertem Hypogonadismus (Testosteron-Mangel) oder als Cruise-Phase in Blast-and-Cruise-Protokollen.

On-Cycle / Off-Cycle

On-Cycle = aktive AAS-Einnahme. Off-Cycle = Pause ohne AAS (Erholungsphase). Faustregel: Time Off ≥ Time On — nach einer 12-Wochen-Kur mindestens 12 Wochen Pause (plus PCT-Zeit).

Dosierung (Dose)

Die Menge einer Substanz pro Tag oder pro Woche. Immer substanzspezifisch. Beispiele: Testosteron Enantat Anfänger 300–500 mg/Woche, Anavar Frauen 5–10 mg/Tag, Trenbolon Acetat 200–400 mg/Woche.

PCT & Erholung — Wie stellt der Körper das Hormonsystem wieder her?

PCT (Post-Cycle-Therapie, deutsch: Post-Kur-Therapie) ist die medikamentöse Nachbehandlung nach einer Steroidkur, die das körpereigene Hormonsystem — die HPTA-Achse — über 4–6 Wochen wieder in Gang setzt, typischerweise mit den SERMs Tamoxifen (Nolvadex) oder Clomifen (Clomid). Grundlagen erklärt der Artikel Absetzen von Steroiden – PCT-Grundlagen.

PCT (Post-Cycle-Therapie / Post-Kur-Therapie)

Das Protokoll nach einer Steroidkur zur Wiederherstellung der natürlichen Testosteronproduktion. Verwendet SERMs wie Tamoxifen und Clomifen, manchmal HCG. Dauer: typischerweise 4–6 Wochen. Start: nachdem das letzte AAS den Körper verlassen hat (abhängig von der Halbwertszeit). Passende Produkte: PCT nach dem Zyklus.

HPTA-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse)

Die hormonelle Rückkopplungsschleife, die die Testosteronproduktion steuert: Hypothalamus → GnRH → Hypophyse → LH/FSH → Hoden → Testosteron. Exogene AAS unterdrücken diese Achse (die Hypophyse „sieht“ den hohen Testosteronspiegel und stoppt die eigene LH/FSH-Produktion). PCT stellt die Achse wieder her.

SERM (Selektiver Östrogen-Rezeptor-Modulator)

Medikamente, die Östrogenrezeptoren blockieren: Nolvadex (Tamoxifen) und Clomid (Clomifen). In der PCT eingesetzt: Durch die Blockade der Östrogenrezeptoren in der Hypophyse wird die LH/FSH-Ausschüttung stimuliert → die Hoden beginnen wieder, Testosteron zu produzieren.

AI (Aromatasehemmer / Aromatase Inhibitor)

Medikamente, die das Enzym Aromatase blockieren und damit die Umwandlung von Testosteron zu Östrogen unterbinden: Arimidex (Anastrozol), Exemestan (Aromasin), Letrozol. Werden während der Kur eingesetzt (On-Cycle Support) bei aromatisierenden Steroiden wie Testosteron oder Dianabol.

HCG (Humanes Choriongonadotropin)

Hormon, das die Wirkung von LH nachahmt → stimuliert die Hoden direkt, Testosteron zu produzieren. HCG wird während oder nach der Kur eingesetzt, um Hodenatrophie (Hodenschrumpfung) zu verhindern oder rückgängig zu machen. Typische Dosierung: 250–500 IU 2–3× pro Woche.

LH (Luteinisierendes Hormon) und FSH (Follikelstimulierendes Hormon)

Hypophysenhormone, die die Hoden steuern: LH signalisiert die Testosteronproduktion (Leydig-Zellen), FSH die Spermienproduktion (Sertoli-Zellen). Beide werden während einer AAS-Kur auf nahe 0 unterdrückt und müssen in der PCT wieder ansteigen.

Ausschleichen (Tapering)

Schrittweises Reduzieren der Dosis statt abruptes Absetzen. Verbreitet bei Frauen-Kuren und oralen Steroiden. Minimiert den hormonellen Rebound und den „Post-Cycle-Crash“ (Stimmungstief, Energielosigkeit).

Rebound

Ein plötzlicher Hormonanstieg nach dem Absetzen eines unterdrückenden Medikaments. Häufiges Beispiel: Östrogen-Rebound nach dem Absetzen eines AI — der Östrogenspiegel schießt über das normale Niveau hinaus → plötzliches Gynäkomastie-Risiko. So senken Sie Ihren Östrogenspiegel erklärt Strategien gegen den Rebound.

Nebenwirkungen & Gesundheitsrisiken — Welche Fachbegriffe muss ich kennen?

Virilisierung ist die Vermännlichung des weiblichen Körpers durch androgene Steroide — die Symptome reichen von reversibler Akne bis zu irreversibler Stimmvertiefung und Klitorisvergrößerung. Der umfassende Review von Torrisi et al. (2020) — „Adverse Effects of Anabolic Androgenic Steroids“ klassifiziert die Nebenwirkungen nach Organsystem.

Virilisierung

Vermännlichung des weiblichen Körpers: Stimmvertiefung, Hirsutismus (vermehrte Körperbehaarung), Klitorisvergrößerung (Klitoromegalie), androgenetische Alopezie (Haarausfall), kantigere Gesichtszüge. Risiko bei allen AAS für Frauen — einige Effekte (Stimmveränderung, Klitoromegalie) sind irreversibel.

Gynäkomastie (Gyno)

Wachstum von Brustdrüsengewebe beim Mann, verursacht durch überschüssiges Östrogen. Tritt bei aromatisierenden Steroiden wie Testosteron und Dianabol auf. Vorbeugung: AI oder SERM während der Kur. Fortgeschrittene Gynäkomastie erfordert operative Entfernung. Gynäkomastie erklärt Prävention und Behandlung.

Hepatotoxizität

Potenzial für Leberschädigung. Alle C17-alpha-alkylierten oralen Steroide sind hepatotoxisch — gemessen über die Leberenzyme ALT, AST und GGT. Leberschutz mit TUDCA (250–500 mg/Tag) ist Standard. Kur-Dauer für orale Steroide: maximal 4–8 Wochen. Die NIH LiverTox-Datenbank dokumentiert Hepatotoxizitätsprofile. Detaillierter: Steroide und Leber – wie man sie schützt.

Hodenatrophie (Hodenschrumpfung)

Die Hoden schrumpfen während einer AAS-Kur, weil exogenes Testosteron die endogene Produktion über die HPTA-Achse unterdrückt — die Hoden „ruhen“ und verkleinern sich. Reversibel durch PCT und/oder HCG.

Polyzythämie / Erythrozytose

Zu viele rote Blutkörperchen im Blut. Hämatokrit über 54 % = erhöhtes Thromboserisiko (Blutgerinnsel, Schlaganfall, Herzinfarkt). Verursacht durch AAS-stimulierte Erythropoese. Gegenmaßnahmen: Dosisreduktion, Hydratation (3–4 Liter/Tag), ggf. therapeutische Phlebotomie (Blutspende).

Lipidverschiebung

AAS senken HDL-Cholesterin („gutes Cholesterin“) und erhöhen LDL-Cholesterin („schlechtes Cholesterin“) → erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. Besonders ausgeprägt bei oralen Steroiden (Winstrol, Anavar, Dianabol). Reversibel nach Absetzen (4–8 Wochen). Gegenmaßnahmen: Omega-3 (3–4 g/Tag), Cardio, gesättigte Fette reduzieren.

Akne (Steroid-Akne)

Verursacht durch androgene Stimulation der Talgdrüsen. Typische Lokalisationen: Gesicht, Rücken, Schultern. Meist reversibel nach dem Absetzen. Anabolika Akne beschreibt Prävention und Behandlung.

Alopezie (Haarausfall)

Androgenetischer Haarausfall, ausgelöst oder beschleunigt durch AAS. DHT-Derivate wie Winstrol, Masteron und Trenbolon tragen das höchste Risiko. Genetische Prädisposition bestimmt die Schwere. Teilweise reversibel nach Absetzen. Steroide Haarausfall erklärt Risikofaktoren und Gegenmaßnahmen.

Wasserretention (Bloat)

Wassereinlagerung im Unterhautgewebe durch erhöhtes Östrogen. Verursacht durch aromatisierende Steroide wie Testosteron und Dianabol. Nicht-aromatisierende Steroide wie Anavar, Winstrol und Trenbolon verursachen keine Wasserretention. Gegenmaßnahmen: AI-Dosierung anpassen, Natrium kontrollieren.

TUDCA (Tauroursodeoxycholsäure)

Gallensäure-Supplement, das die Leber während oraler Steroidkuren schützt. Standard-Dosierung: 250–500 mg/Tag während der gesamten Kur. Auf Kur-Unterstützung findest du TUDCA und weitere Leberschutz-Produkte.

Blutwerte & Monitoring — Was steht auf dem Laborzettel?

Die Baseline (Ausgangswerte) ist die Blutuntersuchung 4–6 Wochen vor Kurbeginn, die den Referenzpunkt für alle späteren Vergleiche liefert — ohne Baseline ist die Beurteilung, ob Werte nach der Kur normalisiert sind, unmöglich. Die klinische Leitlinie von Sheridan et al. (2024) — „Essential blood testing in the patient using androgenic anabolic steroids“ definiert die relevanten Marker und das Timing. Detailliert: Blutbild & Steroide.

Baseline (Ausgangswerte)

Die vollständige Blutuntersuchung vor der Kur — alle relevanten Marker (Hormone, Leber, Lipide, Blutbild). Dient als Referenz für Mid-Cycle- und Post-Cycle-Vergleiche. Timing: morgens nüchtern, 48 Stunden kein Training, 72 Stunden kein Alkohol.

ALT (GPT) und AST (GOT)

Leberenzyme. ALT (Alanin-Aminotransferase) ist der leberspezifische Marker. AST (Aspartat-Aminotransferase) steigt auch durch intensives Krafttraining (Muskelzellenabbau). Referenzbereiche: ALT 7–56 U/L, AST 10–40 U/L. Werte über dem 3-fachen der Obergrenze + erhöhter GGT → orale Steroide sofort absetzen.

GGT (Gamma-GT)

Der zuverlässigste Lebermarker für trainierende AAS-Anwender. Referenzbereich: <60 U/L. Faustregel: GGT normal + AST/ALT erhöht = wahrscheinlich trainingsbedingt. GGT erhöht = echtes Leberproblem.

HDL und LDL

HDL (High-Density Lipoprotein, „gutes Cholesterin“) — Referenz: >40 mg/dl. AAS senken HDL. LDL (Low-Density Lipoprotein, „schlechtes Cholesterin“) — Referenz: <130 mg/dl. AAS erhöhen LDL. HDL unter 25 mg/dl = kardiovaskuläres Hochrisiko.

Hämatokrit (HKT)

Anteil der roten Blutkörperchen am Gesamtblutvolumen. Normal: 40–52 %. AAS steigern die Erythropoese → Hämatokrit steigt. Über 54 % = erhöhtes Risiko für Thrombose, Schlaganfall, Herzinfarkt. Gegenmaßnahmen: Dosis reduzieren, Wasser trinken, ggf. Blutspende.

Testosteron gesamt

Gesamttestosteron im Blut. Normalbereich Männer: 300–1000 ng/dl (10,4–34,7 nmol/l). Während der Kur: supraphysiologisch (oft >1500 ng/dl). Nach PCT: muss auf Baseline zurückkehren. Unter 300 ng/dl nach PCT → Endokrinologe.

Östradiol (E2)

Das primäre Östrogen. Steigt bei aromatisierenden Steroiden (Testosteron, Dianabol). Referenz Männer: 20–52 pg/ml. Über 80 pg/ml mit Symptomen (Gynäkomastie, Wasserretention) → AI-Dosis anpassen. Unter 15 pg/ml → AI überdosiert (Gelenkschmerzen, Libidoverlust).

Prolaktin

Erhöht durch 19-Nor-Steroide wie Nandrolon und Trenbolon. Referenz: 8,6–15,2 ng/ml. Über 25 ng/ml → Libidoverlust, erektile Dysfunktion, Gynäkomastie → Cabergolin zur Prolaktinsenkung.

Slang, Abkürzungen & Szene-Sprache — Was meinen die Leute im Forum?

In Foren, YouTube-Kommentaren und Gym-Gesprächen begegnen dir Abkürzungen wie ED (Every Day — täglich), EOD (Every Other Day — jeden zweiten Tag), EW (Every Week — wöchentlich) und Slang-Begriffe wie Gear (Steroide), Pin (Injektion) oder Natty (ohne Steroide).

Substanz-Spitznamen

Var = Anavar (Oxandrolon). Dbol = Dianabol (Methandienon). Deca = Nandrolon Decanoat (Deca-Durabolin). Tren = Trenbolon. Test = Testosteron. EQ = Equipoise (Boldenon Undecylenat). Primo = Primobolan (Methenolon). Winny = Winstrol (Stanozolol). Drol = Anadrol (Oxymetholon). Tbol = Turinabol (Chlorodehydromethyltestosteron). Mast = Masteron (Drostanolon).

Timing-Abkürzungen

ED = Every Day (täglich). EOD = Every Other Day (jeden zweiten Tag). E3D = Every 3 Days (alle 3 Tage). EW = Every Week (wöchentlich). E2W = Every 2 Weeks (alle 2 Wochen). Beispiel: „Test E 250 mg E3D“ = Testosteron Enantat, 250 mg alle 3 Tage.

Mengen und Einheiten

mg = Milligramm (Standardeinheit für AAS-Dosierung). ml = Milliliter (Volumen der Injektionslösung). cc = Kubikzentimeter (= 1 ml). mcg = Mikrogramm (1/1000 mg — verwendet für Clenbuterol, T3). IU = International Unit / Internationale Einheit (verwendet für HGH und HCG).

Szene-Slang

Gear = Steroide (allgemeiner Slang). Juice = Steroide. Pin = Injektion oder Nadel. Pinning = Injizieren. UGL = Underground Lab (Untergrundlabor — illegale Steroide-Herstellung). Pharma Grade = Pharmazeutische Qualität (von lizenzierten Herstellern). Homebrew = Selbst hergestellte Steroide. Bunk = Wirkungslose oder gefälschte Ware. Natty = Natural (ohne Steroide). Enhanced = Mit Steroiden.

Körper- und Ergebnis-Slang

Gains = Muskelzuwächse. Dry Gains = Trockene Masse ohne Wasserretention (typisch für Anavar, Winstrol). Wet Gains = Masse mit Wasserretention (typisch für Testosteron, Dianabol). Bloat = Aufgedunsenheit durch Wasserretention. Vaskularität = Sichtbare Venen (Zeichen für niedrigen Körperfettanteil + Pump). Pump = Erhöhte Durchblutung und Volumen im Muskel während des Trainings. Gyno = Gynäkomastie (Brustgewebe-Wachstum bei Männern). Deca Dick = Erektionsprobleme durch Nandrolon (verursacht durch Prolaktinanstieg und reduzierte DHT-Aktivität).

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen „anabol“ und „androgen“?

Anabol = muskelaufbauend (Proteinsynthese steigern, Stickstoffretention verbessern, Muskelmasse aufbauen). Androgen = vermännlichend (Stimmvertiefung, Gesichtsbehaarung, Akne, androgenetischer Haarausfall). Jedes AAS besitzt beide Wirkungen — das Verhältnis (anaboler Index : androgener Index, relativ zu Testosteron = 100:100) bestimmt, wie „mild“ oder „aggressiv“ eine Substanz wirkt.

Muss ich alle diese Begriffe kennen, bevor ich mit Steroiden anfange?

Die 10 wichtigsten Begriffe vor der ersten Kur: AAS, Kur/Cycle, PCT, HPTA-Achse, Aromatisierung, Ester/Halbwertszeit, Stack, AI, SERM, Blutwerte (Baseline). Diese 10 Begriffe decken die Grundlagen ab, die du für eine sichere Kur-Planung, Nebenwirkungs-Kontrolle und Erholung brauchst. Den Rest lernst du mit der Zeit.

Was bedeutet das Verhältnis „322:24″ bei Anavar?

Der erste Wert (322) ist der anabole Index — die muskelaufbauende Stärke relativ zu Testosteron (= 100). Der zweite Wert (24) ist der androgene Index — die vermännlichende Stärke relativ zu Testosteron (= 100). Anavar baut also 3,2× so effektiv Muskeln auf wie Testosteron, hat aber nur 24 % der androgenen Nebenwirkungen — deshalb gilt es als eines der mildesten Steroide.

Was ist der Unterschied zwischen Ester und Wirkstoff?

Der Wirkstoff ist das aktive Steroid (z. B. Testosteron). Der Ester ist eine chemische Seitenkette (z. B. Enantat, Cypionat, Propionat), die bestimmt, wie schnell der Wirkstoff aus dem Depot freigesetzt wird. Testosteron Enantat und Testosteron Propionat enthalten denselben Wirkstoff — der Ester ändert nur die Injektionsfrequenz (Enantat: 2×/Woche, Propionat: täglich/EOD) und die Anflutungsgeschwindigkeit.

Warum sagen manche „Kur“ und andere „Zyklus“?

Beides meint dasselbe: einen zeitlich begrenzten Steroidzyklus mit festgelegter Substanz, Dosis und Dauer. „Kur“ ist der in der deutschen Bodybuilding-Szene verbreitete Begriff (Foren, Gym-Gespräche). „Zyklus“ wird in medizinischen und technischen Kontexten verwendet. Beide sind korrekt und erscheinen häufig im selben Text.

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Anabole Steroide sind in vielen Ländern verschreibungspflichtig oder illegal. Konsultiere vor der Anwendung leistungssteigernder Substanzen immer einen qualifizierten Arzt, Endokrinologen oder Sportmediziner. Die Autoren übernehmen keine Haftung für gesundheitliche Schäden durch unsachgemäße Anwendung.

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Dr. Nikola Petrovski
Dr. Nikola Petrovski Experte für anabole Steroide und Leistungssteigerung im Sport Dr. Nikola Petrovski ist ein zertifizierter Sportmediziner, der sich auf anabole Steroide und die Leistungssteigerung von Athleten spezialisiert hat. Mit über 20 Jahren Erfahrung im Bereich Krafttraining und Bodybuilding hat Dr. Petrovski ein tiefes Verständnis dafür entwickelt, wie anabole Steroide sicher und effektiv eingesetzt werden können, um die sportliche Leistung zu steigern. Sein Ansatz kombiniert wissenschaftliches Wissen mit praktischer Erfahrung, um Athleten dabei zu helfen, ihre Spitzenleistung zu erreichen. Ausbildung und Ausbildung Fellowship in Sportmedizin – Universität Skopje, Nordmazedonien Residency in Physikalischer Medizin und Rehabilitation – Universität Skopje, Fakultät für Medizin, Nordmazedonien Doktor der Medizin (M.D.) – Universität Skopje, Nordmazedonien Beruflicher Hintergrund Dr. Petrovski absolvierte sein Medizinstudium an der Universität Skopje in Nordmazedonien, wo er mit Auszeichnung seinen medizinischen Abschluss erlangte. Nach seiner Residency in physikalischer Medizin und Rehabilitation verfolgte er ein Fellowship in Sportmedizin, mit dem Schwerpunkt auf Leistungssteigerung und der Anwendung von anabolen Steroiden im Athletentraining. Dr. Petrovski hat mit zahlreichen Athleten zusammengearbeitet, von Amateur-Bodybuildern bis hin zu professionellen Wettkämpfern, um ihnen zu helfen, Muskelmasse, Kraft und Ausdauer sicher zu steigern. Er bildet Athleten in der richtigen Anwendung von Steroiden aus, wobei er großen Wert auf Sicherheit legt und Nebenwirkungen minimiert, während er gleichzeitig die Ergebnisse maximiert. Mit über 20 Jahren persönlicher Erfahrung im Gewichtheben und Bodybuilding versteht Dr. Petrovski die Disziplin und Hingabe, die erforderlich sind, um Spitzenleistungen zu erzielen. Er kombiniert seine professionelle Expertise mit seinen eigenen Erfahrungen und kennt die Anforderungen und Herausforderungen, denen Athleten beim Training begegnen. Forschung und Advocacy Dr. Petrovski setzt sich für ein besseres Verständnis von anabolen Steroiden im Kontext der Sportmedizin ein. Er hat Forschungen über die sichere Anwendung von leistungssteigernden Substanzen veröffentlicht und spricht regelmäßig auf Konferenzen über die Vorteile und Risiken im Zusammenhang mit anabolen Steroiden. Er ist ein starker Verfechter für informierte Entscheidungen und betont die Bedeutung der richtigen Anleitung bei der Anwendung von leistungssteigernden Substanzen. Persönliches Leben Außerhalb seiner beruflichen Tätigkeit ist Dr. Petrovski ein leidenschaftlicher Gewichtheber mit über 20 Jahren Trainingserfahrung. Er genießt es, seine eigenen physischen Grenzen zu testen und nimmt regelmäßig an Bodybuilding-Wettkämpfen teil. Dr. Petrovski lebt in Skopje, Nordmazedonien, mit seiner Frau und zwei Kindern. Kontakt ? Skopje, Nordmazedonien ? [email protected]

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